Kritiken


Elektra (Theater Lübeck):

Schleswig- Holstein am Sonntag „Das Licht erlischt, einhelliger Jubel brandet auf! Reto Nickler inszeniert die Elektra, wie ein tiefenpsychologisches Kammerspiel, auf einer Bühne (Auststattung Hartmut Schörghofer), die wie der Anblick in die tiefsten menschlichen Abgründe anmutet. Göttliche Leiden werden zu höchst menschlichen, vorhersagbaren Verhaltensweisen. Angesichts dieser Entzauberung verwundern Buh-Rufe nicht. Aber genau diese Entzauberung, die das Werk nach der 2400 Jahre alten Tragödie von Sophokles in die Gegenwart schubsen und seine Zeitlosigkeit demonstrieren. Lübecks Elektra ist intellektuell anspruchsvoll.“

Kieler Nachrichten „Wie stark die Oper in ihren Bann ziehen kann, beweist Lübecks Theater mit einer grandiosen Produktion.“

Die Welt „Reto Nickler inszeniert mit feiner psychologischer Dichte“

Lübecker Nachrichten „Reto Nickler zeigt eine alptraumhafte Welt. Jede der handelnden Personen ist gefangen, gefangen in ihren eignen Traumata. Das ist vorzüglich gelungen! Reto Nicklers Inszenierung ist schlüssig und eindringlich.“ „Es ist bezwingend, Rahmenhandlung und Elektras Gedankenwelt in einem riesigen Spiegel zu verschmelzen“
Elektra: Catherine Foster Chrysothemis: Manuela Uhl Klytemnestra: Veronika Waldner Orest: Antonio Young

Weitere Vorstellungstermine: 11.,30. November, 13.,21 Dezember 2012, 19. Januar, 9. Februar, 14 März 2013

La Wally (Landestheater Klagenfurt):

Catalanis „La Wally“ packend am Landestheater Klagenfurt Bereist man als Opernfreund das herbstlich gefärbte Südostösterreich auf der Suche nach gediegenen Repertoirevorstellungen abseits der Premierenhektik, so ist immer wieder das Klagenfurter Landestheater eine wärmstens zu empfehlende Adresse: So zeigt man dort seit Mitte September abseits des Repertoire-Mainstreams Alfredo Catalanis „La Wally“ in einer rundum beeindruckenden Produktion. Regisseur Reto Nickler – an dessen „Moses und Aron“ an der Wiener Staatsoper man sich noch erinnert – gelang eine nuancierte, packende Erzählung der veristischen Alpen-Story, ohne in naiven Naturalismus zu verfallen. Im Gegenteil: Mit den ästhetischen Bühnenbildern von Rainer Sinell gerät das Stück zu einem knisternden, lichtsymbolisch aufgeladenen Opernkrimi.

Im schicksalhaften Kuss-Tanz ist die inhaltliche Substanz fast schwindelerregend umgesetzt. Alles dreht sich (im Wortsinn) um Ehre, Treue, Liebe, Hass und Autorität – und also um die dunkle Außenseiterin in Dirndl, Perlenkette und Pelzmantel.

Die Eröffnungspremiere, für die man die Opernrarität gewählt hat, vermag durch hintergründige Symbole, wie verstreute, rote Rosen in den Bergen und spannungsgeladene Momente, wie bei der thrillerartigen Atmosphäre vor dem versuchten Mord, zu überzeugen… Die Presse

Elegie für junge Liebende (Theater Lübeck):

Lübeck - Henze: Es sei - so schreibt der Komponist 1971 - zum Verständnis und zum Genuss seiner «Elegie» von nicht unerheblicher Wichtigkeit, die «Reibungen zwischen Farce, Tragödie, Opera buffa und Psychodrama» sichtbar zu machen - eine Forderung, die in der neuen Lübecker Produktion in hohem Maße erfüllt wird. Auf subtile Weise spürt Reto Nicklers Regie den unterschiedlichen Ebenen des Werkes nach, gibt der Komi-Tragödie der (von Andrea Stadel hinreißend gesungenen und gespielten) Hilda Mack einen ebenso hohen Stellenwert wie dem Aufdecken seelischer Abgründe bei Mittenhofer und seiner gräflichen Sekretärin Carolina. Das Ganze wird in den artifiziellen Rahmen einer sich zu mehreren Spielorten öffnenden stilisierten Bergwand gestellt (Ausstattung: Julia Hansen). Die «Künstlichkeit der Form» (ein weiteres Kriterium, mit dem Henze sein Werk charakterisiert) findet damit eine plausible szenische Entsprechung.

Mit welcher Intensität sich das spielfreudige Ensemble auf solche Vorgaben einlässt, wie Satirisches und Revuehaftes dem Handlungsverlauf untermischt werden, wie Realität immer wieder durchbrochen wird von surrealen Momenten - das zu beobachten, macht ganz einfach Spaß. Es ist ein austariertes In-der-Schwebe-Halten von Divergenzen, mit dem sich die Inszenierung dem Kern von Henzes Stück nähert und seine schillernde Vielfalt aufzunehmen vermag. Dazu eine Reihe schöner, charaktervoller Stimmen, die sich mit den Tücken des Konversationsstücks für Musik wohl zu arrangieren wissen. Chantal Mathias etwa mit ihrem jugendlich-klaren Sopran als Elisabeth Zimmer oder Roswitha C. Müller (die wegen einer Erkrankung szenisch gedoubelt werden musste) als ausdrucksstarke Carolina. Gerard Quinn gab den Gregor Mittenhofer nicht überintellektualisiert, so dass bei all seiner Überhöhung ins Künstlerisch-Geniale immer wieder die Biederkeit des ehemaligen österreichischen Briefträgers aufblitzte - auch das eine der gelungenen Gratwanderungen der Regie.

Die diffizile Partitur mit ihren zahlreichen solistischen Passagen lag bei Philippe Bach, Lübecks neuem Erstem Kapellmeister, in den besten Händen. Bestechend das in der Ausgewogenheit zwischen Gesangs- und Orchesterstimmen stets durchsichtige Klangbild, gekonnt der Aufbau von Steigerungen wie etwa bei der Schilderung des Schneesturms im dritten Akt, die bei aller Expressivität von einer klar disponierten instrumentalen Brillanz geprägt war. Eine außergewöhnliche dirigentische Begabung. Gerhart Asche, Opernwelt Mai 2008

Lübeck - Moderne Oper kann schwierig sein. Oder aber auch ganz einfach begeisternd: Henzes "Elegie für junge Liebende" wurde bei der Premiere gefeiert.... Eine herausragende Regiearbeit Reto Nicklers, die höchste Anforderungen an das Ensemble stellt. Ein packender, verstörender und sehenswerter Theaterabend. ... Kieler Nachrichten 14.03.2008

Reto Nickler zeigt diese Entwicklungen in bestechender Klarheit, er zeichnet die Charaktere der Personen scharf wie Schattenrisse. Seine Personenregie ist ausgeklügelt bis auf den letzten Zentimeter des Spielraumes, es gelingt ihm, auf der Bühne eine Atmosphäre der Ausweglosigkeit entstehen zu lassen. Lübecker Nachrichten 14.03.2008

Rigoletto (Stadttheater Bern):

Per Videokamera durch das Stadttheater. Die Filmemacher richten die Kamera in Richtung Publikum und in die Hintertüren und Gänge des Theaters und beginnen die Geschichte zu erzählen. Der Einzug der Videotechnik in die Regie- und Inszenierungsarbeit hat nun auch das hiesige Theater erreicht und wird mit überaus effektvollen und spannenden Bildern umgesetzt. Eine Aufführung die sicherlich noch mehr zu reden gibt und vom Publikum am Premierenabend teils mit lautstarker Begeisterung und auch mit Buhrufen quittiert wurde.

Die Geschichte der einsamen und melancholischen Gilda die im versteckten darbt und deren Vater Rigoletto ein gut behütetes Geheimnis hat, sowie des sexsüchtigen Conte di Mantova der immer wieder ein lüsternes Abenteuer sucht, werden mit gelungenen und vielfältig projizierten Bildern aus der Verborgenheiten herausgehoben und auf den Fernsehbildschirmen zur Schau gestellt.

Auf den Fernsehschirmen flackert immer wieder die verlorene aber nicht vergessene einstige Familieidylle, Rigoletto mit Mutter und Kind. Das Versteck aus dem Gilda nicht ausbrechen kann, sind auf Leinwand projizierte Gänge des Stadttheaters, in denen sie herumirrt und den Ausgang sucht. Der Conte di Mantova ein moderner Gigolo, umgeben von hübschen Frauen in Playgirl Kostümen und Hasenköpfen die er nach Lust und Laune verführt. Er verführt nicht nur all die schönen Mädchen sondern bekanntlich auch Gilda und letztendlich auch Maddalena, teils auf der Bühne teils in der Videofantasie.

Die Fernseher sind wie Röntgenaufnahmen und durchstreifen die Solisten, entblössen deren inneren Absichten. Hier hat wahrlich Video als aktiver Spielpartner etwas Drittes erschaffen, sich aus seiner quadratischen Präsentationsform herausgelöst und in den Spielraum eingepasst. Eine gelungene Symbiose, ein gut realisiertes lebendiges Live Erlebnis mit Tiefgang. Und letztendlich, ist nicht Gilda in diesem verwerflichen Sack eingepackt, sondern all die blutgetränkten Filme, Erinnerungsvideos die den Tod symbolisieren und das Ende als vollzogen erklären. Das Ende der Fantasien und Träume. Eine starke und eindrückliche Inszenierung von Reto Nickler und eine gelungenen Visualisierung durch "fettFilm" Momme Hinrichs und Torge Moller. Der Neue Merker 21.01.2008

Im Herbst hat Marc Adam das Haus übernommen und jetzt den ersten Knaller präsentiert. Beim Schlussapplaus geraten sich die Bravo- und die Buh-Rufer fast in die Haare. Immer wieder wird das Regieteam um Reto Nickler (46) herausgeklatscht, immer wieder wird es ausgebuht. Das gab's im braven Berner Theater noch nie. Die Inszenierung polarisiert wie jede gute Inszenierung. Mit diesem "Rigoletto" hat Bern zurzeit die spannendste Opernproduktion der Schweiz. Blick 21.01.2008

Verdis "Rigoletto" - klug und ohne Allüren Tages-Anzeiger 21.01.2008

Moses und Aron (Staatsoper Wien):

Reto Nickler stilisiert das Geschehen in abstrakter und zugleich eindeutiger Plastizität. Die Opernwelt 8/2006

Ungleich schlichter, zugleich fesselnder stellt Reto Nickler die Kalbs-Orgie dar, die derzeit an der Wiener Staatsoper gezeigt wird. FAZ 30.6.2006

Hier einzuspringen erforderte in der Tat ein gerüttelt Mass an Kühnheit. Der Schweizer Reto Nickler hat es gewagt - und gewonnen. Nickler rückt das theologische Gedankendrama in die nähe einer modernen Ich-Suche. Er visualisiert die Begriffe buchstäblich, das heisst mit Lettern. Das verleiht den Vorgängen starke Stringenz: Der Ich-Kult, in goldgleissendes Licht getaucht, wird zum Götzendienst, der Mensch vergöttert sich selbst. Die Welt 17.6.2006

Man muss lange zurückdenken, um sich an einen ähnlich intensiven Abend erinnern zu können. Insgesamt ist Reto Nickler eine kluge, plausible und zeitgemässe Regie gelungen. Kurier 5.6.2006

Triumphaler Erfolg für Schönberg...das zu inszenieren ist dem Schweizer überzeugend und konsequent gelungen. Die Krone 6.6.2006

Iphigénie en Aulide:

Für die Musiktheaterregie-Grosstat wurde Reto Nickler verpflichtet. Bayerische Staatszeitung März 2005

Tannhäuser:

Gewagt und gewonnen - Nickler findet überzeugende Lösungen, etwa für den Venusberg...Nicklers Tannhäuser ist eine schlüssige Interpretation. Das Stadttheater kann auf diese Produktion stolz sein. Hingehen!

Dialogues des Carmélites:

Es ist klar, dass diese Verbindung aus melodramatisch-psychologischer Zuspitzung auf der Bühne heikel ist. Reto Nickler hat in Zürich schon Heinz Holligers "Schneewittchen" nach R. Walsers Dramolett uraufgeführt, ebenfalls ein theaterästhetisch nahezu unmögliches, perspektivisch verwirrtes Stück. Die Schwierigkeit der "Dialogues" liegt eher in der Hermetik. Nickler hat es klug vermieden, Kirchen-Aura zu erzeugen und höhere Weihe zu beschwören und auf identifikatorische Larmoyanz zu setzen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mai 2004

Ariadne auf Naxos:

"Das Ereignis - Reto Nicklers Inszenierung hat Tempo, hat Witz, ist spannend von der ersten bis zur letzten Minute- auch im schwierigen Ariadne-Akt, der ja leicht statisch geraten kann… Ariadne könnte das Ereignis der Spielzeit werden." Hildesheimer Allgemeine Zeitung September 2003

Guglielmo Tell:

"Im Schweizer Regisseur Reto Nickler hatte Santi einen gewissermassen kongenialen Partner gefunden…Hier aber, unter wesentlich erschwerten Bedingungen, gelang Nickler das seltene Kunststück eine lange, relativ wenig bekannte Oper so kurzweilig, amüsant, ästethisch, und dennoch mit Tiefgang zu präsentieren." Opernglas September 02

Finta Giardiniera:

"…Reto Nickler inszenierte mit stupender Geradlinigkeit und Tempo. Er bewies eine funkensprühende Fantasie und brannte ein Feuerwerk ab an traumhaften Einfällen und witzigen Einlagen…" Engadiner Post,.9.7.02

Oberto:

Der Berner Regisseur Reto Nickler hat mit dieser Inszenierung grossartige Einfälle, nicht zuletzt dadurch, dass es ihm hervorragend gelang, das Stück ins ‚Heute' zu übertragen… Man verfolgte begeistert das Geschehen, welches vom ersten Augenblick an bannt und packt. Engagdiner Post, 10.7.01

Schneewittchen:

"Dem Stück fehlt jede Dramatik. Wäre nicht das geniale Regiekonzept von Reto Nickler… Sänger, Orchester und der kongeniale Regisseur wirkten ganz im Banne des Komponisten und Dirigenten Heinz Holliger. So zu bannen vermag nur, wer restlos überzeugt." Zürichsee-Zeitung, September 98

Jenufa:

" Die Inszenierung schuf Reto Nickler, der die Geschichte ohne Schnörkel, mit sicherer Personenführung und prägnanter Geste erzählte… Nickler mischt innen und aussen, lässt Schneestürme ins Zimmer kommen, um die Verirrungen der Gefühlswelten zu zeigen. Da wird es nur verständlich, dass er auf den üblichen Schluss mit Gang ins Licht verzichtet. Stattdessen zünden Laca und Jenufa mit dem Hochzeitsschnaps die Aussteuer Jenufas an, während im Hintergrund Steva sein totes Kind wiegt, ein verblüffendes, und doch sehr beeindruckendes Ende." Opernglas Juni 98

Macbeth:

"Frenetischer Applaus bei der Eröffnungspremiere… Reto Nickler setzt ein spannendes Seelendrama von hoher symbolischer Ausdruckskraft in Szene… Dabei hat sich der Regisseur mit intensivem, psychologisch vertiefendem Kammerspiel und ausgefeilten Massenszenen den neuen, ungewohnten Theaterraum so zu eigen gemacht, dass Werk, Inszenierung und Raum überzeugend ineinander aufgehen." Hildesheimer Allgemeine Zeitung , 30.9.96

Göttliche Kirmes:

"Kühn ist die Werkwahl, kühn auch das Engagement des Regisseurs Reto Nickler. Die doppelte Kühnheit hat sich gelohnt, wie die bejubelte Premiere am Samstag zeigte… Darin nun tobt sich die Inszenierung in wahrhaft barocker Einfallsfülle aus. Reto Nickler entfesselt ein multimediales Spektakel mit Elektronik, Bühnenmaschinerie, Video und nie nachlassender, grotesk übersteigerter Bewegungschoreographie. Tages-Anzeiger, 9.10.95

Tiefland:

"Nickler fand eine ideale Mitte zwischen Opernkrimi und Musikdrama von beinahe Wagnerschem Ausmass… Das Faszinierendste ist, wie Nickler die Sänger führt, wie er den Dreieckskonflikt von Stufe zu Stufe entwickelt. Das ist so spannend und beklemmend echt inszeniert, dass man nach dem ersten Akt richtig bedauert in die Pause entlassen zu werden." Luzerner Zeitung, April 95

Zauberflöte:

"The Mozart, staged by Reto Nickler is traditional in its physical trappings, and less so in its philosophical overlay. The libretto's storybook qualities are presented with an amusing literalness... But imposed on all this is a selfconciously modern interpretation of the tale.This is apolitically correct 'Flute', which brings the works magic to life." The New York Times, 5.8.93

Pique Dame:

Reto Nickler hat die Handlungen der Agierenden so überzeugend motiviert, dass die eigentlich banale Geschichte um Spiel und Liebe eine spannende Zwangsläufigkeit erhielt, griechischer Tragik nicht unähnlich." St. Galler Tagblatt, Oktober 1992

Pollicino:

"Reto Nickler boten sich jedenfalls hervorragende Bedingungen für seine überzeugend lebhafte Inszenierung." Neue Zürcher Zeitung, 23.11.92

Zarewitsch:

Nickler schlägt so ziemlich alles in den Wind, was man mit Operette zu verbinden pflegt… Nickler inszeniert ein Kammerspiel der Emotionen, ein Bewegungstheater mit Schauspielanforderung. Badische Zeitung, 14.10.89

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